Pertussisimpfung - Keuchhustenimpfung
Pertussis verursacht einen monatelangem quälenden Husten. Für Neugeborene kann diese Erkrankung lebensgefährlich werden.
Impfung
Pertussis-Impfung auf Reisen: Impfstoffe und Auffrischung im Überblick
Keuchhusten ist hochansteckend und weltweit verbreitet. Ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht auf Reisen vor allem bei Großveranstaltungen, Flügen und Pilgerfahrten. Der österreichische Impfplan sieht folgende Impfstoffe und Intervalle für Erwachsene vor:
Verfügbare Kombinationsimpfstoffe: Einzelimpfstoffe gegen Keuchhusten stehen für Erwachsene derzeit nicht zur Verfügung; reine Tetanus-Impfungen ohne Pertussis-Komponente sollen nicht mehr verwendet werden:
- Boostrix (3-fach): Standard-Auffrischung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten.
- Boostrix Polio oder Repevax (4-fach): Schützt zusätzlich vor Kinderlähmung – unverzichtbar vor Reisen in Polio-Risikogebiete.
- Der Einzelimpfstoff ist derzeit in Österreich nicht lieferbar.
Auffrischungsintervalle:
- Bis zum vollendeten 60. Lebensjahr: Auffrischung alle 10 Jahre.
- Ab dem vollendeten 60. Lebensjahr: Auffrischung alle 5 Jahre wegen des rascher nachlassenden Schutzes.
- In jeder Schwangerschaft: Im letzten Schwangerschaftsdrittel (27.–36. Woche) unabhängig vom letzten Impfabstand, um dem Neugeborenen einen lebenswichtigen Nestschutz mitzugeben.
Impfschutz
Pertussis-Impfschutz: Dauer der Immunität und Schutz in der Schwangerschaft
Die Keuchhusten-Impfung schützt wirksam vor schweren Komplikationen, verleiht jedoch keine lebenslange Immunität:
- Zuverlässiger Schutz vor schweren Verläufen: Die Impfung verhindert schwere Krankheitsbilder und Spitalsaufenthalte sehr effektiv. Da die Bakterien die Schleimhaut dennoch kurzzeitig besiedeln können, können auch Geimpfte den Erreger unbemerkt an ungeschützte Babys weitergeben.
- Rascher Antikörperabfall: Weder eine Infektion noch eine Impfung schützen dauerhaft; die Antikörperspiegel sinken nach einigen Jahren deutlich ab, weshalb regelmäßige Auffrischungen erforderlich sind.
- Lebenswichtiger Schutz in der Schwangerschaft: Der Impfplan Österreich empfiehlt die Impfung im letzten Drittel (bevorzugt 27. bis 36. Schwangerschaftswoche) – und zwar in jeder Schwangerschaft, völlig unabhängig vom zeitlichen Abstand zur letzten Impfung. Über die Plazenta übertragene Antikörper geben dem Säugling einen sicheren Nestschutz für die ersten sechs Lebensmonate.
- Schutz im Umfeld („Kokon-Strategie“): Auch Partner, Großeltern und andere enge Bezugspersonen sollten vor der Geburt aufgefrischt sein, um das Ansteckungsrisiko für das Neugeborene zu minimieren.
Ihre Impfung gegen Keuchhusten
Wir beraten Sie anhand Ihrer Krankengeschichte und Ihres Impfpasses
Weitere Informationen zu Pertussis
Keuchhusten (Pertussis): Der „100-Tage-Husten“, gelähmte Flimmerhärchen und unterschätzte Gefahren
Keuchhusten gilt oft fälschlicherweise als verstaubte Kinderkrankheit vergangener Tage. Tatsächlich ist der Erreger bis heute eines der ansteckendsten und biologisch faszinierendsten Bakterien überhaupt – mit Eigenschaften, die selbst Mediziner immer wieder überraschen:
Der „100-Tage-Husten“:
- Im traditionellen chinesischen Sprachraum trägt Keuchhusten treffend den Namen „Hundert-Tage-Husten“.
- Die Infektion verläuft in drei klassischen Stadien: Nach unspezifischen Erkältungszeichen folgen wochen- bis monatelang unkontrollierbare, krampfartige Stakkato-Hustenanfälle, die bis zum Erbrechen führen können.
- Selbst wenn Antibiotika die Bakterien längst abgetötet haben, hält der Husten oft noch über Wochen an.
Gezielte Sabotage im Atemtrakt:
- Der Erreger Bordetella pertussis (1906 von Jules Bordet und Octave Gengou in Belgien entdeckt) zerstört das Gewebe nicht im Vorbeigehen, sondern nutzt biochemische Präzisionswaffen: spezielle Toxine.
- Das sogenannte Tracheale Zytotoxin zerstört und lähmt gezielt die mikroskopisch feinen Flimmerhärchen auf den Schleimhäuten der Atemwege. Dieses natürliche „Förderband“, das Schmutz und Schleim normalerweise ununterbrochen nach oben transportiert, fällt schlagartig aus.
- Die Folge: Zäher Schleim staut sich in den Bronchien, und der Körper muss ihn mit aller Gewalt mechanisch herauspressen.
Das Chamäleon bei Erwachsenen:
- Das klassische, laut japsende Pfeifen beim Einatmen („Whoop“) nach einem Hustenanfall tritt typischerweise bei ungeimpften Kindern auf.
- Bei Erwachsenen fehlt dieses typische Keuchen häufig: Die Infektion tarnt sich oft schlicht als scheinbar harmloser, aber extrem zäher Reizhusten, der wochenlang nicht abklingt. Genau deshalb wird Keuchhusten bei Erwachsenen oft übersehen – mit der Gefahr, dass sie ahnungslos zum Infektionsherd für ihr Umfeld werden.
Stille Lebensgefahr bei Säuglingen:
- Bei Neugeborenen und jungen Babys ist Keuchhusten besonders tückisch, weil der klassische Hustenreflex oft komplett fehlt: Die Infektion äußert sich stattdessen durch plötzliche, lebensgefährliche Atemstillstände (Apnoen).
- Da Säuglinge erst ab der vollendeten 6. Lebenswoche geimpft werden können, sind sie in den ersten Lebenswochen völlig wehrlos – weshalb der schützende Antikörper-Transfer durch die Impfung der Mutter in der Schwangerschaft („Nestschutz“) den wichtigsten Schutzschild darstellt.
FAQ
Neben den üblichen lokalen Reaktionen wie Überwärmung, Schmerzen und Schwellung können auch Fieber und leichte Kopfschmerzen auftreten.
Keuchhusten wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, etwa beim Husten oder bei engem Kontakt mit dem Speichel einer infizierten Person.
Die Impfung ist ein Bestandteil des Österreichischen Impfplanes, sodass jedes in Österreich geborene Kind gegen diese Erkrankung geimpft wird. Kinder und Jugendliche sollten gegen diese Erkrankung geschützt sein, im Erwachsenenalter ist eine Auffrischung alle 10 Jahre, und bei über 60 Jährigen alle 5 Jahre vorgesehen.
Schwangere sollten zwischen der 27. und der 36. Schwangerschaftswoche eine Auffrischung erhalten.