Impfungen für Ghana
Ghana begeistert durch traumhafte Strände wie Krokobite Beach, lebendiger Kultur und einer faszinierenden Geschichte mit historischen Festungen wie Cape Coast Castle, die Reisende hautnah erleben können.Dazu kommen herzliche Gastfreundschaft, pulsierende Städte und beeindruckende Natur - perfekt für eine abwechslungsreiche Reise.
Damit Sie Ihre Reise möglichst unbeschwert genießen können, ist eine rechtzeitige reisemedizinische Beratung empfehlenswert.

Österreichischer Impfplan
Vor jeder Fernreise sollten Sie prüfen, ob Ihre Standardimpfungen noch aktuell sind. Bringen Sie Ihren Impfpass einfach zu uns in die Tropenordination mit, wir werfen einen Blick darauf. Folgende "normale" österreichische Impfungen sollten überprüft werden:
Bei Unklarheiten können wir in der Tropenordination auch Bluttests durchführen, um den bestehenden Impfstatus zu überprüfen.
Empfohlene Reiseimpfungen für Ghana
Malaria
Malaria in Ghana: Hohes Ganzjahresrisiko im gesamten Land
In ganz Ghana – einschließlich der Küste und Großstädte wie Accra – besteht ganzjährig ein sehr hohes Übertragungsrisiko für Malaria. Eine bloße Notfallmedikation im Gepäck reicht für dieses Reiseland nicht aus:
- Gefährlichste Erregerform: Über 90 % der Infektionen werden durch Plasmodium falciparum (Malaria tropica) verursacht. Unbehandelt kann diese Verlaufsform innerhalb weniger Tage zu akutem Organversagen, Koma und Tod führen.
- Obligate Chemoprophylaxe: Für jede Reise nach Ghana ist eine medikamentöse Vorbeugung (z. B. mit Atovaquon/Proguanil oder Doxycyclin) dringend indiziert. Die Tabletten werden vor, während und nach dem Aufenthalt lückenlos eingenommen.
- Konsequenter Mückenschutz: Die übertragenden Anopheles-Mücken stechen vor allem zwischen Dämmerung und Morgengrauen. Repellents mit hohem DEET- oder Icaridin-Gehalt, langärmelige Kleidung und schlafen unter einem Moskitonetz sind die unverzichtbare Basis.
Gelbfieber
Gelbfieber in Ghana: Strikte Impfpflicht bei der Einreise
Ghana ist ein Hochendemiegebiet für Gelbfieber. Für alle Reisenden gilt eine ausnahmslose gesetzliche Nachweispflicht bei Grenzübertritt:
- Strikte Einreisevorschrift: Die Gelbfieberimpfung ist für alle Personen ab dem 9. Lebensmonat behördlich vorgeschrieben. Ohne gültiges Zertifikat im gelben Impfpass wird der Flugantritt bzw. die Einreise verweigert.
- Gültigkeit & Fristen: Die Impfung gilt nach WHO-Vorgaben lebenslang – eine Auffrischung nach 10 Jahren ist für die Einreise nicht mehr erforderlich, jedoch im Einzelfall medizinisch sinnvoll. Die Erstimpfung muss mindestens 10 Tage vor Reiseantritt in einer autorisierten Gelbfieberimpfstelle wie der Tropenordination erfolgen.
- Gefahr & Übertragung: Das Virus wird durch tagaktive Stechmücken (Aedes) übertragen. Die Infektion kann zu hohem Fieber, akutem Leberversagen mit Gelbsucht und lebensbedrohlichen Blutungen führen; eine spezifische antivirale Therapie gibt es nicht.
Tollwut
Tollwut in Ghana: Warum die Reiseimpfung lebenswichtig ist
Tollwut ist in Ghana weit verbreitet und verläuft nach dem Auftreten erster Symptome ausnahmslos tödlich. Da vor Ort ein gravierender Mangel an Notfallmedikamenten herrscht, ist die vorbeugende Impfung vor Reiseantritt der wichtigste Schutz:
- Hohes Ansteckungsrisiko: Hauptüberträger sind streunende Hunde, aber auch Affen (z. B. in Wildtierreservaten) und Katzen. Neben Bissen und Kratzern genügt bereits der Kontakt von virushaltigem Speichel mit verletzter Haut.
- Kein Notfallserum vor Ort: Ungeimpfte Personen benötigen nach einem Tierkontakt sofort schützende Antikörper (Tollwut-Immunglobulin). Dieses lebensrettende Präparat ist in ganz Ghana nicht verfügbar; moderne Impfstoffe sind meist nur unregelmäßig in Großstädten wie Accra oder Kumasi erhältlich. Ohne Vorimpfung droht nach einem Biss eine sofortige Notevakuierung ins Ausland.
- Der Schutz durch die Vorsorge-Impfung: Wer vorab geimpft ist, benötigt nach einem Tierbiss kein Immunglobulin, sondern lediglich zwei rasche Auffrisch-Impfungen vor Ort. Das nimmt den extremen Versorgungsdruck und schützt zuverlässig.
Typhus
Typhus in Ghana: Ihre wichtige Impfung
Typhus ist in ganz Ghana weit verbreitet. Die bakterielle Infektion wird über verunreinigtes Leitungswasser, Eiswürfel oder unzureichend erhitztes Essen übertragen – das Risiko besteht auch in Städten wie Accra.
- Symptome & Risiken: Anhaltend hohes Fieber, extreme Erschöpfung und schwere Magen-Darm-Komplikationen. Zunehmende Resistenzen erschweren die Behandlung mit Antibiotika vor Ort.
- Klare Empfehlung: An der Grenze verlangt die Behörde zwar keinen Nachweis, medizinisch ist der Schutz jedoch unverzichtbar – sehen Sie den Schutz für Ihre Reise als persönliche Pflichtimpfung.
- Einfache Impfung: eine einmalige Spritze (hält ca. 3 Jahre)
Meningokokken
Meningokokken-Meningitis in Ghana: Schutz im Norden
Nur der Norden Ghanas gehört zum afrikanischen „Meningitis-Gürtel“. Vor allem in der staubigen Trockenzeit (Dezember bis April) besteht dort ein erhöhtes Ausbruchsrisiko für bakterielle Hirnhautentzündungen.
- Regionales Risiko: Gefährdet ist primär der Norden (nördlich von Tamale). Der Süden mit der Hauptstadt Accra und den Küstenregionen ist von diesen Epidemien nicht betroffen.
- Übertragung: Durch Tröpfcheninfektion bei engem zwischenmenschlichem Kontakt (z. B. in überfüllten Minibussen, Märkten oder einfachen Unterkünften).
- Die richtige Impfung: Erforderlich ist ein vierwertiger Impfstoff (MenACWY). Reine Standardimpfungen aus Europa (wie MenB oder Einzel-MenC) bieten keinen Schutz gegen die vor Ort dominierenden Erregerstämme.
Hepatitis A
Hepatitis A in Ghana: Wichtiger Impfschutz vor Reiseantritt
Ghana ist ein Hochendemiegebiet für Hepatitis A. Ein Infektionsrisiko besteht im gesamten Land – auch in guten Hotels und Resorts.
- Übertragung: Fäkal-oral über Leitungswasser, Eiswürfel, offene Buffets, rohe Salate oder ungeschältes Obst.
- Symptome: Übelkeit, Fieber, Oberbauchbeschwerden und die typische Gelbsucht (Gelbfärbung von Augen und Haut, dunkler Urin). Die Leberentzündung verläuft zwar akut und wird nicht chronisch, führt aber oft zu monatelanger schwerer Erschöpfung.
- Impfschutz: Die Schutzimpfung bietet nahezu 100 % Schutz. Bereits eine Dosis kurz vor Abreise reicht als Sofortschutz für die Reise aus. Eine zweite Dosis nach 6 bis 12 Monaten sichert die Immunität für mindestens 30 Jahre.
Hepatitis B
Die Hepatitis B wird durch Blut oder Körperflüssigkeiten übertragen – etwa bei medizinischen Eingriffen, ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder unsauberen Tätowierungen. Die Infektion kann chronisch werden und die Leber dauerhaft schädigen.
Cholera
Cholera kommt in Ghana, insbesondere während der Regenzeit oder in Gebieten mit schlechter Hygiene, vereinzelt vor. Die bakterielle Infektion wird durch verunreinigte Lebensmittel oder Wasser übertragen und führt zu starkem Durchfall und Erbrechen. Eine Impfung ist möglich, aber Hygienemaßnahmen sind entscheidend.
Denguefieber
Dengue-Fieber in Ghana: Risiko, Symptome und Impfschutz
Das Dengue-Virus kommt in Ghana landesweit vor; in den letzten Jahren wurden wiederholt regionale Ausbrüche gemeldet. Da die Erreger durch Mücken übertragen werden, ist die gezielte Vorsorge vor Reiseantritt wichtig:
- Übertragung: Durch tagaktive Stechmücken (Aedes), die bevorzugt in den frühen Vormittags- und späten Nachmittagsstunden stechen. Ein konsequenter Mückenschutz mit DEET- oder Icaridin-Repellents ist tagsüber die wichtigste Basismaßnahme.
- Symptome: Typisch sind plötzlich einsetzendes hohes Fieber, starke Kopfschmerzen hinter den Augen sowie extreme Muskel- und Gelenkschmerzen („Knochenbrecherfieber“).
- Für wen ist die Impfung sinnvoll? Der Dengue-Impfstoff (Qdenga) wird gemäß reisemedizinischen Leitlinien vor allem Personen empfohlen, die bereits in der Vergangenheit eine Dengue-Infektion durchgemacht haben (da Zweitinfektionen oft schwerer verlaufen), sowie für Langzeitaufenthalte in Risikogebieten.
- Flexibles Impfschema für Reisende: Das Komplettschema umfasst zwei Dosen im Abstand von 3 Monaten. Ein wirksamer Basisschutz baut sich jedoch bereits zwei Wochen nach der ersten Injektion auf. Auch Last-Minute-Reisende können sich somit kurz vor der Abreise schützen; die zweite Dosis erfolgt nach der Rückkehr. (off label)
Der richtige Mückenschutz in Ghana
Da in Ghana neben Malaria auch virale Erkrankungen wie Gelbfieber, Dengue oder Chikungunya durch Mücken übertragen werden, ist ein konsequenter Schutz vor Stichen Ihre wichtigste Maßnahme gegen diese Krankheiten.
Siehe unser Kapitel über Mückenschutz
Sonstige Gesundheitsgefahren
Gesundheitsrisiken in Ghana ohne Impfschutz: Wichtige Vorsichtsmaßnahmen
In Ghana gibt es bedeutsame Infektions- und Gesundheitsgefahren, gegen die kein Impfstoff existiert. Ein verlässlicher Schutz ist hier nur durch konsequente Verhaltensregeln möglich:
- Bilharziose (Schistosomiasis) – extremes Risiko im Voltasee: Der Voltasee (einer der größten Stauseen der Welt) sowie nahezu alle langsam fließenden Binnengewässer Ghanas sind massiv mit mikroskopisch kleinen Pärchenegellarven verseucht. Die Parasiten bohren sich bereits bei flüchtigem Wasserkontakt schmerzfrei durch die gesunde Haut und können Blase, Darm und Leber schwer schädigen. Baden, Waten, Kanufahren oder Schwimmen in offenen Süßgewässern ist in ganz Ghana strikt zu meiden.
- Parasitäre Magen-Darm-Infektionen (Amöben & Giardien): Verunreinigtes Wasser und kontaminierte Lebensmittel führen häufig zu hartnäckigen Durchfallerkrankungen – auch in gehobenen Hotels. Trinken und nutzen Sie zum Zähneputzen ausschließlich industriell versiegeltes Wasser (Vorsicht bei lokal eingeschweißten Wasserbeuteln, sogenannten Sachet Waters, da deren hygienische Abfüllung oft unzuverlässig ist). Verzichten Sie konsequent auf Eiswürfel, ungeschältes Obst, rohe Salate und unzureichend durchgegartes Streetfood.
- Zika- und Chikungunya-Viren (Tagaktive Mücken): Beide Viruserkrankungen zirkulieren landesweit und werden durch Aedes-Mücken übertragen, die im Gegensatz zu den nachtaktiven Malaria-Mücken tagsüber und in der Dämmerung stechen (Zika birgt bei Infektion in der Schwangerschaft erhebliche Risiken für Fehlbildungen des Fetus). Da Moskitonetze tagsüber nicht greifen, sind Repellents mit DEET oder Icaridin auf unbedeckter Haut und lange, helle Kleidung ganzjährig Pflicht.
- Lassa-Fieber (Übertragung durch Nagetiere): Wie in weiten Teilen Westafrikas zirkuliert das Lassa-Virus auch in Ghana. Es wird über den Urin und Kot von Nagetieren (insbesondere Vielzitzenmäusen) auf Vorräte und Haushaltsgegenstände übertragen. Lagern Sie Lebensmittel stets in nagetiersicheren, fest verschlossenen Behältern und meiden Sie Unterkünfte mit mangelhaften Hygienestandards oder sichtbarem Nagetierbefall.
Daher sollten sie, wenn sie nach einem Urlaub in Ghana erkranken unbedingt von einem Tropenmediziner abgeklärt werden.
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Jede Reise ist einzigartig – und genau so sollte auch Ihre Gesundheitsvorsorge sein. In der Tropenordination in Wien nehmen wir uns Zeit für Sie. Wir besprechen Ihre genaue Reiseroute, berücksichtigen Ihren Reisestil sowie eventuelle Vorerkrankungen und erstellen einen maßgeschneiderten Impf- und Vorsorgeplan für Ihren Traumurlaub in Ghana.
Häufige Fragen (FAQ)
Für eine Reise nach Ghana sollten Sie sich idealerweise mindestens 4 bis 6 Wochen vor Ihrer Abreise um die notwendigen Impfungen kümmern. Der Grund dafür ist, dass einige Impfungen mehrere Dosen im Abstand von Wochen erfordern und der volle Schutz erst nach dieser Zeit erreicht wird.
Reiseimpfungen sind in Österreich grundsätzlich Privatleistungen und werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen (wie der ÖGK) übernommen. Manche privaten Krankenzusatzversicherungen erstatten die Kosten jedoch teilweise oder ganz. Fragen Sie hierzu am besten direkt bei Ihrem Versicherungsberater nach.
- Die Gelbfieberimpfung ist für alle Reisenden ab dem 9. Lebensmonat verpflichtend, wenn Sie aus einem Gelbfieber-Risikogebiet einreisen. Ohne einen gültigen Nachweis kann die Einreise verweigert werden.
- Laut WHO müssen Reisende, die sich länger als 4 Wochen im Land aufgehalten haben, bei der Ausreise einen Nachweis über eine Polio-Impfung vorlegen, die nicht älter als 1 Jahr ist.