Impfung gegen Chikungunya
Das Chikungunya-Virus wird durch tagaktive Stechmücken (Aedes) übertragen und führt neben plötzlichem Fieber häufig zu quälenden, monatelang anhaltenden Gelenkschmerzen.
Für verlässlichen Reiseschutz stehen heute zwei Impfstoff-Typen zur Verfügung:
- Der neue Totimpfstoff (Vimkunya®): Enthält keine vermehrungsfähigen Viren. Er eignet sich hervorragend für Reisende mit Vorerkrankungen und lässt sich flexibel verabreichen – auch wenn kurz zuvor andere Lebendimpfungen (wie gegen Gelbfieber oder Varizellen) durchgeführt wurden.
- Der Lebendimpfstoff (Ixchiq®): Bietet als Einzeldosis einen anhaltenden Impfschutz für gesunde Erwachsene.
In der Tropenordination am Stadtpark in 1030 Wien klären wir Ihr Reiserisiko fachärztlich ab und wählen den passenden Impfstoff direkt vor Ort aus.
Impfung
Die derzeit verfügbaren Chikungunya-Impfstoffe können das Risiko einer Chikungunya-Infektion deutlich reduzieren. Die Grundimmunisierung besteht aus einer einzigen Impfdosis.
Aktuell stehen ein Lebendimpfstoff (Ixchiq®) sowie ein Totimpfstoff (Vimkunya®) zur Verfügung. Nach der Impfung bildet der Körper innerhalb weniger Wochen schützende Antikörper. Für beide Impfstoffe ist derzeit keine routinemäßige Auffrischungsimpfung festgelegt. Die Dauer des Impfschutzes wird weiterhin untersucht. Nach aktuellem Wissensstand ist davon auszugehen, dass der Lebendimpfstoff einen länger anhaltenden Schutz vermittelt.
Die Krankheit
Das Chikungunya-Fieber ist eine durch Stechmücken übertragene Viruskrankheit, die vor allem in tropischen und subtropischen Regionen auftritt. Ausgelöst wird sie durch das Chikungunya-Virus, das vorwiegend von der Asiatischen Tigermücke und seltener von der Gelbfiebermücke übertragen wird. Besonders in der Regenzeit, wenn sich Mücken stark vermehren, steigen die Infektionszahlen.
Seit wenigen Jahren kommt es durch die Ausbreitung der Tigermücke auch zu Infektionen in Europa. Betroffen sind in erster Linie Frankreich und Italien.
Symptome, Verlauf und Behandlung:
Fieber: Die Erkrankung beginnt meist sehr plötzlich mit hohem Fieber, häufig über 39 Grad Celsius, das mehrere Tage andauern kann.
Schmerzen: Charakteristisch sind äußerst starke Gelenk-, Muskel- und Kopfschmerzen. Die Gelenkbeschwerden können so heftig sein, dass sie die Bewegungsfähigkeit einschränken. Bei manchen Betroffenen halten Gelenkschmerzen und Schwellungen noch wochen- oder sogar monatelang an.
Weitere Symptome: Zusätzlich können Hautausschläge, Übelkeit, Müdigkeit und Lichtempfindlichkeit auftreten. Viele Betroffene fühlen sich insgesamt sehr schwach und erschöpft.
Dauer und Immunität: In der Regel klingen die akuten Beschwerden nach ein bis zwei Wochen ab. Danach besteht eine lebenslange Immunität gegen das Virus, sodass eine erneute Infektion nicht mehr vorkommt.
Behandlung: Da es keine spezifischen antiviralen Medikamente gibt, erfolgt die Therapie rein symptomatisch. Dazu gehören die Einnahme von Schmerz- und Fiebermitteln, viel Flüssigkeit und körperliche Schonung. Neben einer Impfung spielt die konsequente Mückenabwehr zur Vorbeugung eine wichtige Rolle, um weitere Stiche und damit die Verbreitung des Virus zu verhindern.
Betroffene Regionen
Vorkommen in Teilen Afrikas, Asiens, Südamerikas und der Karibik sowie zunehmend in Teilen Südeuropas.
- Die aktuellen Infos zu den Ausbruchsgebieten finden sie auf dieser Seite über Chikungunya der ECDC
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FAQ
Gemäß dem Österreichischen Impfplan wird die Impfung für Personen ab dem vollendeten 12. Lebensjahr empfohlen, die in Endemie- oder Ausbruchsgebiete mit entsprechendem epidemiologischem Risiko reisen, sowie für gezielt exponiertes Laborpersonal.
In der Europäischen Union sind zwei Impfstoffe gegen Chikungunya zugelassen:
- Ixchiq (Valneva): Ein attenuierter Lebendimpfstoff. Er wird von der derzeit für Personen zwischen 12 und 59 Jahren empfohlen. Der Vorteil dieses Impfstoffes ist die wahrscheinlich deutlich längere Wirksamkeit.
- Vimkunya (Bavarian Nordic): Ein Totimpfstoff auf Basis virusähnlicher Partikel (VLP). Er ist ebenfalls ab 12 Jahren zugelassen und dient als Alternative, insbesondere für ältere Menschen, Personen mit Immunschwäche oder Schwangere. Der Vorteil dieses Impfstoffes ist das günstigere Nebenwirkungsprofil.
Zu den häufigsten Reaktionen zählen milde Lokalsymptome an der Einstichstelle (Schmerz, Rötung) sowie kurzzeitige systemische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Muskelkater. Beim Lebendimpfstoff Ixchiq können in seltenen Fällen leicht ausgeprägte, chikungunya-ähnliche Symptome (z. B. vorübergehende Gelenkschmerzen) auftreten.
Neben der Impfung ist ein konsequenter Mückenschutz die wichtigste Maßnahme um sich vor Chikungunya zu schützen.
Sowohl bei Ixchiq als auch bei Vimkunya ist eine einzige Impfdosis (Einzelimpfung) für den Schutzaufbau ausreichend. Der Schutz baut sich innerhalb von ca. 2 bis 4 Wochen auf. Mangels ausreichender Langzeitdaten gibt es derzeit noch keine offiziellen Empfehlungen für Auffrischungsimpfungen (Booster).
Ein schützender Antikörpertiter baut sich etwa 14 bis 28 Tage nach der Injektion auf. Die Datenlage zeigt eine mehrjährige Immunität. Mangels langfristiger Evidenz gibt es aktuell noch keine Empfehlungen für Auffrischimpfungen (Booster). Anzunehmen ist eine deutlich längere Wirksamkeit beim Lebendimpfstoff.