Wie schützt man sich vor Mücken?
Der Schutz vor Stechmücken (Moskitos) gehört zu den wichtigsten Maßnahmen, um Krankheiten auf Reisen zu vermeiden.
Damit Sie Ihre Reise unbeschwert genießen können, sollten Sie sich rechtzeitig um die Reiseapotheke kümmern.

Krankheiten die durch Mücken übertragen werden
Folgende Infektionen werden durch Stechmücken übertragen:
- Dengue-Fieber: Aedes-Mücken (tagaktiv)
- Malaria: Anopheles-Mücken (dämmerungs- und nachtaktiv)
- Chikungunya-Fieber: Aedes-Mücken (tagaktiv)
- Leishmaniose (kutane und viszerale): Sandmücken (Phlebotomus, Lutzomyia; dämmerungs- und nachtaktiv)
- Gelbfieber: Aedes- und Haemagogus-Mücken (tag- und dämmerungsaktiv)
- Zika-Virus-Infektion: Aedes-Mücken (tagaktiv)
- West-Nil-Fieber: Culex-Mücken (dämmerungs- und nachtaktiv)
- Oropouche-Fieber: Culicoides-Gnitzen und Culex-Mücken (vorwiegend tagaktiv)
- Japanische Enzephalitis: Culex-Mücken (dämmerungs- und nachtaktiv)
- Ross-River-Fieber: Culex- und Aedes-Mücken (dämmerungs- und tagaktiv)
- Lymphatische Filariose: Culex-, Anopheles- und Aedes-Mücken (überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv)
Der richtige Mückenschutz vor Ort
Da neben Malaria auch Viren wie das Dengue-Fieber, das Zika-Virus oder das Chikungunya-Fieber von Mücken übertragen werden, ist ein konsequenter Schutz vor Stichen (Expositionsprophylaxe) Ihre wichtigste Verteidigungslinie:
Repellents nutzen
Mückensprays und -lotionen, sogenannte Repellents, sind ein unverzichtbares Werkzeug im Kampf gegen lästige Insekten, da sie die menschlichen Duftstoffe überdecken und uns für Mücken quasi unsichtbar machen. Achten Sie darauf, tropentaugliche Mückensprays mit Wirkstoffen wie DEET (z. B. Nobite) oder Icaridin zu verwenden. Für Kinder und Menschen mit empfindlicher Haut sind oft mildere Alternativen auf Basis von Zitroneneukalyptus-Extrakt eine gute Wahl. Denken Sie daran: Die Dengue-Überträger (Aedes-Mücken) sind tagaktiv!
Da die Wirkung durch Schwitzen, Abrieb oder ein Bad im Wasser nachlässt, ist ein regelmäßiges Nachsprühen unerlässlich, um den Schutz lückenlos aufrechtzuerhalten.

Kleidung anpassen
Die Wahl der richtigen Garderobe bildet die erste und einfachste Verteidigungslinie gegen Mückenstiche, da sie den Insekten den direkten Zugang zur Haut versperrt. Tragen Sie in bewaldeten Gebieten und während der Dämmerung lange und idealerweise mit Insektenschutz imprägnierte Kleidung. Da Mücken von dunklen Oberflächen angezogen werden, sollte helle Kleidung gewählt werden. Dicht gewebter Stoff und weite, nicht eng anliegende Kleidung sind zum Mückenschutz die bessere Wahl, da die Mücken nicht direkt durch den Stoff stechen können und von der Haut ferngehalten werden.

Schlafbereich sichern
Nutzen Sie in einfachen oder offenen Unterkünften ein engmaschiges Moskitonetz. Da Mücken Kälte meiden, sind klimatisierte Räume für Übernachtungen zu bevorzugen.
Achten Sie auf die Maschenweite: Ein Wert zwischen 156 und 200 Mesh ist ideal, da die Löcher klein genug sind, um selbst winzige Mücken abzuhalten, aber gleichzeitig groß genug, um eine angenehme Luftzirkulation im Schlafbereich zu ermöglichen. Das Netz sollte weit genug vom Körper weg liegen, da die Mücken sonst durch das Netz stechen können.

Welche Repellentien funktionieren?
Mückenschutz auf Tropenreisen: Die wirksamsten Repellents und Wirkstoffe im Überblick
Ein verlässlicher Insektenschutz ist auf Reisen in die Tropen und Subtropen der wichtigste Basisschutz vor Infektionen wie Malaria, Dengue oder Chikungunya. Entscheidend für den Schutz ist nicht der Markenname, sondern der enthaltene Wirkstoff und dessen Konzentration:
- DEET (Diethyltoluamid, 30–50 %): Gilt weltweit als wissenschaftlicher Goldstandard für tropische Risikogebiete. Schützt verlässlich für etwa 6 bis 8 Stunden vor tagaktiven Aedes- und nachtaktiven Anopheles-Mücken. Nachteil: Greift Kunststoffe (Brillen, Uhrengläser, Kameras) sowie Synthetikfasern an und riecht streng.
- Icaridin (20–30 %): Dem DEET in Schutzdauer und Zuverlässigkeit bei einer Konzentration ab 20 % ebenbürtig (ca. 6 bis 8 Stunden Schutz vor Tropenmücken und Zecken). Vorteil: Nahezu geruchlos, klebt nicht auf der Haut und beschädigt weder Kunststoffe noch Kleidung.
- PMD / Citriodiol (20–30 %): Der einzige pflanzlich gewonnene Wirkstoff (aus dem Zitroneneukalyptus) mit wissenschaftlich belegter Wirksamkeit (ca. 4 bis 6 Stunden Schutz). Reines, unaufbereitetes ätherisches Eukalyptus- oder Citronella-Öl bietet in Risikogebieten dagegen keinen verlässlichen Schutz.
- IR3535 (ca. 20 %): Sehr hautverträglicher synthetischer Wirkstoff, der vor allem bei heimischen Mücken und Zecken gute Dienste leistet. In tropischen Malariagebieten ist die Schutzwirkung gegenüber DEET oder Icaridin jedoch messbar schwächer und kürzer.
- Permethrin (Textil- und Netzimprägnierung): Wird im Gegensatz zu Repellents niemals direkt auf die Haut aufgetragen, sondern dient als Kontaktinsektizid für Kleidung und Moskitonetze. Es tötet Insekten bei Berührung ab („Knock-Down-Effekt“), verhindert das schmerzhafte Durchstechen von Mücken durch dünne Hemden oder Hosen und bietet an Socken und Hosenbeinen den effektivsten Schutz vor Zecken. Einmal aufgesprüht, bleibt der Schutz über mehrere Wochen und Waschgänge in den Fasern erhalten. (Wichtiger Hinweis: In flüssigem Zustand hochgiftig für Katzen!)
Auf dieser Seite der CDC über Stechmücken finden sie weitergehende Informationen zu diesem Thema
Die tropischen Stechmücken in Europa
Stechmücken und Tropenkrankheiten in Europa: Biologie, neue Gefahren und das Frühwarnsystem
Stechmücken sind Überlebenskünstler – und durch den Klimawandel längst nicht mehr nur ein Thema für tropische Fernreisen, sondern ein reales Problem im europäischen Sommer.
Kurioses aus der Mückenbiologie
- Nur die Weibchen stechen: Männliche Stechmücken ernähren sich rein vegetarisch von Nektar. Ausschließlich befruchtete Weibchen saugen Blut, da sie das darin enthaltene Eisen und die Proteine für die Eireifung benötigen.
- Kein „süßes Blut“: Mücken reagieren nicht auf Blutzucker. Sie orten Ziele aus bis zu 50 Metern Entfernung über ausgeatmetes Kohlendioxid (CO2), Körperwärme und spezifische Duftstoffe unseres Hautmikrobioms (insbesondere Milchsäure und Fettsäuren).
- Betäubung und Gerinnungshemmung: Der Mückenspeichel enthält ein Lokalanästhetikum (damit der Einstich unbemerkt bleibt) sowie Gerinnungshemmer für den reibungslosen Blutfluss. Der spätere Juckreiz ist die Abwehrreaktion unseres Immunsystems auf diese Fremdproteine.
Tropenviren in Europa: Was vor 10 Jahren noch undenkbar war
Durch mildere Winter und heiße Sommer hat sich die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) im Mittelmeerraum fest etabliert und wandert stetig nach Mitteleuropa ein. Das ermöglicht lokale Infektionsketten bei uns (autochthone Übertragungen), die vor einem Jahrzehnt nicht vorkamen:
- Wiederkehrende Chikungunya-Ausbrüche: Während Chikungunya früher ausschließlich als Reisesouvenir galt, kam es in Südeuropa (insbesondere in Italien und Frankreich) wiederholt zu eigenständigen lokalen Ausbrüchen mit hunderten Infizierten.
- Häufung lokaler Dengue-Fälle: Noch vor zehn Jahren gab es Dengue in Europa praktisch nur bei Reiserückkehrern. Mittlerweile verzeichnen Länder wie Frankreich, Italien und Spanien jeden Spätsommer Dutzende autochthone Übertragungen ohne jegliche Reiseanamnese.
- Erste lokale Zika-Übertragungen: Die europaweit ersten durch Mücken übertragenen Zika-Virus-Infektionen auf europäischem Boden wurden 2019 in Südfrankreich nachgewiesen.
Frühwarnsystem: Warum die Stechmücken-Überwachung des ECDC überlebenswichtig ist
Um Ausbrüche rasch einzudämmen, betreibt die Europäische Union ein engmaschiges Monitoring. Über die kontinuierliche Stechmücken-Surveillance des ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) werden die Verbreitungsgebiete invasiver Mückenarten (Aedes albopictus, Aedes aegypti) und die Virusaktivität kartiert.
Diese Überwachung erfüllt zwei kritische Aufgaben:
- Gezielte Vektorkontrolle: Sie alarmiert die lokalen Gesundheitsbehörden, damit Brutstätten in Wohngebieten frühzeitig mit biologischen Larviziden behandelt werden, bevor eine Population explodiert.
- Sicherheit im Spitals- und Blutspendewesen: Sobald in einer europäischen Region ein lokaler Fall von Dengue- oder Chikungunya-Fieber auftritt, greifen sofort gezielte Schutzprotokolle: Spenderblut wird per PCR getestet oder es werden temporäre Spendesperren für betroffene Gebiete verhängt, um iatrogene Übertragungen über Transfusionen zu verhindern.
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Jede Reise ist einzigartig – und genau so sollte auch Ihre Gesundheitsvorsorge sein. In der Tropenordination in Wien nehmen wir uns Zeit für Sie. Wir besprechen Ihre genaue Reiseroute, berücksichtigen Ihren Reisestil sowie eventuelle Vorerkrankungen und erstellen einen maßgeschneiderten Impf- und Vorsorgeplan für Ihren Traumurlaub.
Häufige Fragen (FAQ)
Der Glaube, Mückensprays müssten vor Ort gekauft werden, weil sie besser gegen „einheimische Mücken“ wirken, ist ein gefährlicher Reise-Mythos. Ein wirksames Repellent gehört vor der Abreise ins Gepäck:
- Biologie ist weltweit gleich: Die Geruchsrezeptoren von Tropenmücken funktionieren überall identisch. DEET (30–50 %) und Icaridin (ab 20 %) schützen in Südostasien, Afrika oder Lateinamerika exakt genauso zuverlässig wie zu Hause.
- Schutz ab der ersten Minute: Das Stichrisiko beginnt sofort beim Verlassen des Ankunftsflughafens (Taxistand, Transfer, Check-in). Wer erst am Folgetag einkauft, riskiert eine gefährliche Schutzlücke.
- Wirkungslose Produkte vor Ort: In vielen Reiseländern dominieren in Supermärkten wirkungslose Alternativen auf Basis ätherischer Öle (z. B. Citronella) oder Produkte ohne klare Konzentrationsangaben.
- Fälschungen und Engpässe: In Schwellenländern besteht abseits von Kliniken ein reales Risiko für gefälschte Produkte; bei akuten Krankheitsausbrüchen (z. B. Dengue) sind wirksame Sprays in lokalen Läden oft binnen Stunden ausverkauft.
- Ausnahme (Handgepäck/Langzeitreise): Muss unterwegs nachgekauft werden, ausschließlich lizenzierte Apotheken nutzen und gezielt nach dem internationalen Wirkstoffnamen verlangen: DEET (≥ 30 %) oder Icaridin / Picaridin (≥ 20 %).
Sonnencreme und Mückenschutz richtig kombinieren
Beim gleichzeitigen Schutz vor Sonne und Insekten gilt die feste Regel: Zuerst die Sonne, dann die Mücke.
- Immer zuerst die Sonnencreme auftragen: Der Sonnenschutz muss direkt in die oberste Hautschicht einziehen, während das Mückenspray (DEET oder Icaridin) als äußerste Schicht eine unsichtbare Duftbarriere bilden muss.
- 15 bis 20 Minuten Abstand einhalten: Lassen Sie die Sonnencreme vollständig einziehen, bevor Sie das Repellent aufsprühen, damit sich die Formulierungen nicht vermischen und ihre Wirkung verlieren.
- Lieber zu LSF 50 greifen: Da DEET den Lichtschutzfaktor einer Sonnencreme um bis zu 30 % herabsetzen kann, sollten Sie in den Tropen vorsorglich einen höheren Lichtschutzfaktor wählen.
- Keine 2-in-1-Kombipräparate nutzen: Sonnencreme muss nach dem Baden oder Schwitzen häufig nachgelegt werden – ein Mückenspray hingegen nur alle 6 bis 8 Stunden. Kombiprodukte führen zu einer unnötig hohen Wirkstoffaufnahme über die Haut.