Pneumokokkenimpfung

Pneumokokken sind Bakterien die schwere Infektionen auslösen können

Krankheit
Neben einer Lungenentzündung können Pneumokokken auch eine Meningitis oder eine Sepsis verursachen.
Risikogruppe
Neben Kleinkindern tragen alle über 60 sowie Personen mit Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko.
Impfschema
Eine einmalige Impfung mit dem 21-valenten Impfstoff ist in den meisten Fällen ausreichend.
Impfort
Am Heumarkt 3/1/11 1030 Wien

Impfung

Die wichtigsten Impfstoffe im Überblick

  • Capvaxive (PCV21) – Der neue Standard für Erwachsene: Ein 21-valenter Konjugatimpfstoff, der gezielt auf jene Bakterienstämme abgestimmt ist, die bei Erwachsenen und älteren Menschen die meisten schweren Infektionen auslösen. Er wird in der Regel als einmalige Injektion verabreicht und steht in Österreich für alle Personen ab dem vollendeten 60. Lebensjahr im öffentlichen Impfprogramm kostenfrei zur Verfügung.
  • Prevenar 20 (PCV20) & Vaxneuvance (PCV15): Konjugatimpfstoffe mit 20 bzw. 15 Stämmen. Sie bilden das Rückgrat der Kinderimpfungen, kommen bei Erwachsenen aber vor allem noch in speziellen Kombinationen (sequentielle Impfung) bei schwerer Abwehrschwäche zum Einsatz.
  • Pneumovax 23 (PPV23) – Nicht mehr empfohlen: Der ältere, reine Polysaccharid-Impfstoff wird im aktuellen Impfplan aufgrund der besseren Wirksamkeit und breiteren Abdeckung der modernen Konjugatimpfstoffe (insbesondere PCV21) nicht mehr empfohlen.

Impfschutz

Pneumokokken-Impfung: Wie gut und wie lange schützt sie?

Die Impfung schützt ältere Menschen und chronisch Kranke verlässlich vor schweren Lungenentzündungen, Sepsis und Hirnhautentzündungen durch Pneumokokken:

  • Treffsicherer Schutz: Der moderne Impfstoff (Capvaxive / PCV21) deckt gezielt jene 21 Bakterienstämme ab, die bei Erwachsenen die meisten lebensbedrohlichen Infektionen verursachen.
  • Dauerhaftes Abwehrgedächtnis: Weil der Impfstoff an ein Trägerprotein gekoppelt ist (Konjugatimpfstoff), baut der Körper langlebige Gedächtniszellen auf – der Schutz bleibt über viele Jahre stabil.
  • Nur ein einziger Stich: Für Erwachsene ab 60 Jahren reicht eine einmalige Impfung aus. Eine jährliche Auffrischung ist nicht notwendig.

Gratis für alle über 60

Hier geht es zur Beratung und Impfung

Weitere Informationen zu Pneumokokken

Wissenswertes über Pneumokokken: Bakterien, Geschichte und Krankheitsbilder

Pneumokokken gehören zu den am meisten unterschätzten Krankheitserregern weltweit. Obwohl sie bei vielen Menschen völlig unbemerkt im Rachen schlummern, können sie schlagartig lebensgefährliche Entzündungen auslösen. Hier finden Sie die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

  • Historischer Meilenstein der Medizingeschichte:

    - Die Bakterien wurden 1881 unabhängig voneinander von Louis Pasteur in Frankreich und George Sternberg in den USA entdeckt.

  • Was sind Pneumokokken eigentlich?

    - Ihr wissenschaftlicher Name lautet Streptococcus pneumoniae. Es handelt sich um kugelförmige Bakterien, die sich meist paarweise anordnen.

    - Sie besitzen eine schützende Zuckerkapsel, die sie vor der menschlichen Immunabwehr abschirmt. Bislang sind über 95 verschiedene Kapseltypen (Serotypen) bekannt, von denen einige für den Menschen besonders gefährlich sind.

  • Die heimlichen Mitbewohner (Übertragung & Besiedlung):

    - Pneumokokken besiedeln vorübergehend die Schleimhaut des Nasen-Rachen-Raums. Vor allem Kindergartenkinder tragen die Bakterien häufig symptomlos in sich und geben sie über Tröpfchen (Husten, Niesen, enger Körperkontakt) an Eltern oder Großeltern weiter.

    - Die Infektion bricht meist dann aus (endogene Infektion), wenn das Immunsystem durch Kälte, Stress oder eine vorangegangene Viruserkrankung (z. B. Influenza oder RSV) geschwächt ist.

  • Welche Erkrankungen verursachen sie?

    - Nicht-invasive Infektionen: Breiten sich die Bakterien lokal aus, führen sie zu schmerzhaften Mittelohrentzündungen (häufig bei Kleinkindern) oder Nasennebenhöhlenentzündungen.

    - Invasive Infektionen (Notfälle): Gelangen die Bakterien in die tiefen Atemwege oder ins Blut, drohen schwere bakterielle Lungenentzündungen (Pneumonien), lebensbedrohliche Blutvergiftungen (Sepsis) sowie eitrige Hirnhautentzündungen (Meningitis).

  • Wie gefährlich sind Pneumokokken? (Risiko & Zahlen):

    - Typische Risikogruppen: Die Gefährdung verläuft in einer U-Kurve – besonders anfällig sind Säuglinge bzw. Kleinkinder sowie Erwachsene ab dem 60. Lebensjahr und Menschen mit chronischen Leiden (z. B. Asthma, COPD, Herzerkrankungen, Diabetes).

    - Schwere Folgeschäden: Bei einer durch Pneumokokken verursachten Hirnhautentzündung versterben selbst in modernen Krankenhäusern rund 9 % der erkrankten Kinder; mehr als ein Viertel (28 %) der Überlebenden leidet monatelang oder dauerhaft unter neurologischen Folgeschäden wie Hörverlust oder Lähmungen.

    - Häufigste Erregerstämme: In Österreich waren 2025 die Serotypen 3, 19A und 8 für den Großteil der schweren Krankheitsfälle bei Erwachsenen verantwortlich – genau jene Stämme, die durch moderne Impfstoffe gezielt abgedeckt werden.

FAQ