Höhenkrankheit vermeiden: Sicher akklimatisieren auf Trekkingreisen
Ob Inka Trail, Kilimandscharo oder Annapurna Circuit: Die Höhenkrankheit (AMS) kann jeden treffen – unabhängig von Fitness und Trainingszustand. Mit dem richtigen Aufstiegsprofil, strukturierter Vorbereitung und fundierter reisemedizinischer Beratung erreichen Sie Ihre Reiseziele in den Bergen sicher und gesund.
- Höhenberatung nach Maß: Wir prüfen Ihre Trekkingroute (z. B. Nepal, Peru oder Kilimandscharo) und erstellen einen sicheren Plan zur Akklimatisation – damit Sie das Risiko für Höhenkrankheit minimieren.
- Passende Medikamente im Gepäck: Ärztliche Beratung zu wirksamen Notfallmedikamenten, Aufklärung über den Einsatz von Acetazolamid (Diamox) und das Erkennen erster Warnsignale.
- Alle Reiseimpfungen direkt vor Ort: Schutz vor typischen Reiseinfektionen (wie Tollwut, Gelbfieber, Hepatitis oder Typhus) – Beratung und Impfung bequem in einem Termin in Wien.
- Die richtige Reiseapotheke: Klare Empfehlungen für Ihre Trekking-Apotheke, von bewährten Schmerzmitteln bis zum handlichen Pulsoximeter zur Sauerstoffmessung.
- Erfahrene Fachärzte: Betreuung durch Spezialisten für Tropen- und Notfallmedizin – verständlich erklärt und genau auf Ihre Reise abgestimmt.

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Höhenkrankheit (AMS) auf Reisen: Risiken erkennen, sicher akklimatisieren
Ein Trekkingurlaub im Himalaya, eine Rundreise über den Altiplano in Peru oder die Besteigung des Kilimandscharo zählen zu den eindrucksvollsten Reiseerlebnissen überhaupt. Doch oft unterschätzt: Bereits ab Höhen von 2.500 Meternsinkt der Sauerstoffpartialdruck der Luft spürbar ab.
Die akute Bergkrankheit (Acute Mountain Sickness, AMS) ist kein Schicksal reiner Extremalpinisten. Sie trifft vor allem Freizeitsportler, Wanderer und normale Touristen, die zu schnell in große Höhen aufsteigen oder per Flugzeug direkt auf Hochebenen landen. Eine gute körperliche Fitness schützt vor der Höhenkrankheit nicht. Entscheidend sind das richtige Aufstiegsprofil, die Beachtung früher Warnzeichen und eine fundierte Vorbereitung.
Typische Reisedestinationen mit Höhenrisiko
Viele beliebte Urlaubs- und Trekkingrouten führen rasch in Regionen, in denen der Körper mehrere Tage Anpassung benötigt:
1. Südamerika (Anden & Altiplano)
- Klassiker: Cusco (3.400 m), Inka Trail & Salkantay Trek (Pässe über 4.200–4.600 m), Titicacasee / Puno (3.800 m), La Paz (3.600–4.100 m).
- Typische Falle: Der Direktflug von Lima (Meereshöhe) nach Cusco katapultiert den Körper innerhalb von 60 Minuten in extreme Höhe – ohne jede Akklimatisationszeit.
2. Asien (Himalaya & Hochebenen)
- Klassiker: Nepal (Annapurna Circuit mit Thorong La auf 5.416 m, Everest Base Camp Trek auf 5.364 m), Ladakh in Indien (Leh auf 3.500 m, Pässe > 5.000 m), Tibet (Lhasa auf 3.650 m).
- Typische Falle: Schneller Aufstieg durch enge Tagesetappen oder das Überwinden hoher Pässe, bevor die Schlafhöhe schrittweise gesteigert wurde.
3. Afrika
- Klassiker: Kilimandscharo (5.895 m), Mount Kenya (4.985 m).
- Typische Falle: Kurze Aufstiegsrouten am Kilimandscharo (z. B. Marangu-Route in 5 Tagen). Die Gipfelchance sinkt drastisch und das Risiko schwerer Höhenkomplikationen steigt bei Programmen unter 7 Tagen signifikant.
Symptome: Was ist normal, was ist gefährlich?
Die Höhenkrankheit kündigt sich fast immer mit Vorboten an. Wichtigster Grundsatz: Jedes Unwohlsein in der Höhe gilt als Höhenkrankheit, bis das Gegenteil bewiesen ist.
Typische Warnzeichen (Leichte bis mäßige AMS): - Diffuse, pulsierende Kopfschmerzen (oft morgens nach dem Aufwachen) - Appetitverlust, Übelkeit, Magenverstimmung - Ungewöhnliche Abgeschlagenheit und Antriebslosigkeit - Schwindel und Ein- bzw. Durchschlafstörungen
Die zwei lebensgefährlichen Notfälle
Wird die AMS ignoriert und weiter aufgestiegen, können sich lebensbedrohliche Verlaufsformen entwickeln:
- Höhenhirnödem (HACE): Zunehmende Gangunsicherheit (Ataxie – Betroffene schwanken wie betrunken), Verwirrung, Wesensveränderungen, Halluzinationen bis hin zur Bewusstlosigkeit.
- Höhenlungenödem (HAPE): Massiver Leistungsabfall, Atemnot bereits in Ruhe, rasselnde Atemgeräusche, trockener Reizhusten (später schaumiger Auswurf) und blaue Lippen/Fingernägel (Zyanose).
Die eiserne Grundregel: Niemals mit Symptomen einer Höhenkrankheit weiter aufsteigen. Bei Stagnation oder Verschlechterung gibt es nur eine lebensrettende Maßnahme: sofortiger Abstieg um mindestens 500 bis 1.000 Höhenmeter.
Wie beugt man der Höhenkrankheit vor?
1. Das Aufstiegsprofil (Golden Rules der Akklimatisation)
- Langsam starten: Nach Ankunft über 2.500 m die ersten 24 bis 48 Stunden ruhig angehen lassen, wenig körperliche Belastung.
- Schlafhöhe moderat steigern: Ab 3.000 m Höhe die durchschnittliche Schlafhöhe um maximal 300 bis 500 Höhenmeter pro 24 Stunden erhöhen.
- Ruhetage einplanen: Alle 3 bis 4 Tage einen zusätzlichen Rasttag auf gleicher Höhe einlegen.
- Climb high, sleep low: Tagsüber dürfen höhere Punkte erwandert werden, geschlafen wird jedoch tiefer.
- Verzicht auf Sedativa & Alkohol: Alkohol und Schlafmittel dämpfen den Atemantrieb in der Nacht und verschlechtern die Sauerstoffsättigung zusätzlich.
2. Medikamentöse Prophylaxe & Notfallmedikation
Unter bestimmten Bedingungen (z. B. unumgänglicher, schneller Aufstieg oder bekannte Anfälligkeit für AMS) kann eine medikamentöse Prophylaxe (beispielsweise mit dem Karboanhydrasehemmer Acetazolamid) evaluiert werden.
Hinweis: Diese Medikamente sind verschreibungspflichtig, haben Kontraindikationen (z. B. Sulfonamidallergie) und müssen exakt dosiert und getestet werden. Sie ersetzen niemals einen vernünftigen Aufstiegsplan.
Wissenschaftliche Grundlagen und klinische Leitlinien:
- CDC Yellow Book: Altitude Sickness
- Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Prevention and Treatment of Acute Altitude Illness
Unsere reisemedizinische Höhenberatung in Wien
Jeder Organismus reagiert individuell auf Höhe. Ob eine Trekkingreise sicher verläuft, hängt wesentlich von der Vorbereitung und individuellen Risikofaktoren ab (z. B. vorbestehende Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen, Migräne, Schlafapnoe).
In unserer Ordination bieten wir Ihnen eine strukturierte Vorbereitung für Ihre Höhenreise:
- Individuelle Routenanalyse: Bewertung Ihres geplanten Reise- und Trekkingverlaufs hinsichtlich Schlafhöhen und Ruhetagen.
- Risikostratifizierung: Einschätzung vorbestehender Grunderkrankungen und deren Wechselwirkung mit hypoxischen Bedingungen.
- Erstellung Ihres Notfallplans: Schulung zur Erkennung früher Symptome (Lake-Louise-Score), Handhabung von Pulsoximetern und Besprechung einer Notfallapotheke.
- Impfungen & Reiseapotheke: Abstimmung auf die spezifischen Infektionsrisiken Ihres Reiselandes (z. B. Tollwut in Nepal, Gelbfieber in Peru, Malariaprophylaxe vor Safari in Tansania).
Fachliche Redaktion:
Dr. Katharina Riedl
Fachärztin für Innere Medizin, Reisemedizinerin
Die Tropenordination, Am Heumarkt 3/1/11, 1030 Wien
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