Aktueller Reisemedizin-Ticker: Weltweite Krankheitsausbrüche

(KW 42 / Stand: 14. Oktober 2026)

 

Das Wichtigste in Kürze: Auch im Spätsommer und Herbst übertragen Stechmücken in Teilen Südeuropas und den USA Viren wie Dengue und Chikungunya. Zudem breiten sich in den USA derzeit die Masern stark aus. Wer eine Fernreise oder einen Aufenthalt in diesen Regionen plant, sollte seinen Impfschutz und die Reiseapotheke rechtzeitig überprüfen lassen.

1. Mückenübertragene Infektionen in Europa, den USA und Übersee

  • Italien & USA (Florida) – Dengue-Fieber: In beliebten Urlaubsregionen Italiens (vor allem in der Toskana und in Apulien) wurden bis Anfang Oktober 68 lokal übertragene Dengue-Fälle gemeldet. Auch der US-Bundesstaat Florida verzeichnet mit über 250 lokalen Infektionen einen neuen Höchststand. In klassischen Tropenländern wie Bangladesch hält die starke Saison ebenfalls an.
    • Unsere Empfehlung: Schützen Sie sich auch tagsüber konsequent vor Mückenstichen (geeignete Insektensprays mit Wirkstoffen wie DEET oder Icaridin). Für bestimmte Reisende – insbesondere nach bereits durchgemachter Erstinfektion oder bei häufigen Tropenreisen – ist eine Dengue-Impfung sinnvoll. Wir beraten Sie dazu individuell in der Sprechstunde.
    • Quellen:ECDC Threat Report | TravelHealthPro | CIDRAP
  • Süd- und Westfrankreich & Karibik/Südamerika – Chikungunya-Fieber: Auf dem französischen Festland (Schwerpunkte an der Atlantikküste/Nouvelle-Aquitaine und in Okzitanien) wurden bislang 146 lokale Infektionen mit dem Chikungunya-Virus registriert. Sehr hohe Fallzahlen (über 2.000) meldet weiterhin Französisch-Guayana.
    • Unsere Empfehlung: Konsequenter Mückenschutz tagsüber. Für Reisen in stark betroffene Ausbruchsgebiete (vor allem nach Südamerika und in die Karibik) stehen inzwischen zugelassene Chikungunya-Impfstoffezur Verfügung.
    • Quellen:TravelHealthPro | ECDC

2. Wichtige Impf-Updates vor Reiseantritt

  • USA & Israel – Großer Masern-Ausbruch: In den USA wurden in diesem Jahr bereits über 4.000 Masernfälle bestätigt (Schwerpunkt in Pennsylvania, weitere Ausbrüche u. a. in Florida, Utah und South Carolina). Auch im Raum Jerusalem (Israel) gibt es aktuell vermehrt Infektionen.
    • Unsere Empfehlung: Bitte lassen Sie vor jeder Nordamerika- oder Israel-Reise Ihren Impfpass kontrollieren. Zwei dokumentierte MMR-Impfungen (Masern-Mumps-Röteln) bieten einen zuverlässigen Schutz. Bei Reisen mit Säuglingen kann die Impfung bereits ab dem 6. bis 9. Lebensmonat vorgezogen werden.
    • Quelle:CIDRAP Measles Updates
  • Sambia – Cholera-Ausbruch: In mehreren Provinzen Sambias – darunter die Hauptstadt Lusaka sowie die Region rund um Livingstone (Victoriafälle) – wurden Ende September vermehrt Cholera-Fälle registriert.
    • Unsere Empfehlung: Achten Sie vor Ort strikt auf Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene (kein Leitungswasser, keine Eiswürfel, Speisen nur gut durchgegart oder selbst geschält verzehren). Bei Reisen unter einfachen Bedingungen (z. B. Backpacking oder Hilfseinsätze) schützt eine gut verträgliche Schluckimpfung.
    • Quelle:TravelHealthPro Zambia
  • Westafrika & Südamerika – Gelbfieber & Diphtherie: Aus Ghana, der Elfenbeinküste (Côte d’Ivoire) und Venezuela werden aktuelle Gelbfieber-Fälle gemeldet. Gleichzeitig verzeichnen mehrere Länder Westafrikas (darunter der Senegal und Niger) weiterhin Ausbrüche von Diphtherie.
    • Unsere Empfehlung: Für Ghana und die Elfenbeinküste ist die Gelbfieber-Impfung ohnehin gesetzliche Einreisevorschrift, für Venezuela dringend empfohlen. Prüfen Sie vor Afrika-Reisen zudem, ob Ihre Standard-Auffrischung gegen Tetanus/Diphtherie/Keuchhusten nicht länger als 10 Jahre zurückliegt.
    • Quellen:TravelHealthPro Yellow Fever | TravelHealthPro Diphtheria

3. Im Fokus: Ebola-Fall in Kenia & Flughafen-Malaria in Frankfurt

  • Ostafrika (Kenia & DR Kongo) – Ebola-Fieber: In der Demokratischen Republik Kongo (DRK) herrscht derzeit ein schwerer Ebola-Ausbruch. Am 6. Oktober wurde in Kenia ein einzelner eingeschleppter Fall bei einem Reisenden aus dem Kongo bestätigt; die Kontaktpersonen vor Ort werden medizinisch überwacht.
    • Was bedeutet das für Ihre Kenia-Reise? Für normale Safari- und Badereisende in Kenia besteht aktuell kein erhöhtes Ansteckungsrisiko, da das Virus nur durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten schwer Erkrankter übertragen wird. Stellen Sie sich an den Flughäfen in Ostafrika jedoch auf Gesundheitskontrollen (Fiebermessen, Formulare) und etwas längere Wartezeiten ein. Von nicht zwingenden Reisen in die betroffenen Provinzen der DR Kongo wird abgeraten.
    • Quellen:WHO Disease Outbreak News | CIDRAP
  • Deutschland (Frankfurt am Main) – Vereinzelte „Flughafen-Malaria“: Rund um den Frankfurter Flughafen sind im Spätsommer acht Personen (überwiegend Flughafenpersonal) an Malaria erkrankt, ohne selbst in den Tropen gewesen zu sein. Ursache waren einzelne infektiöse Mücken, die über Fernflüge eingeschleppt wurden.
    • Was bedeutet das für Flugreisende? Für Passagiere am Flughafen stufen die europäischen Gesundheitsbehörden das Risiko als extrem gering ein; eine medikamentöse Vorsorge für einen Flug ab Frankfurt ist nicht notwendig.
    • Quellen:ECDC Threat Report (KW 38) | TravelHealthPro

Hinweis zur Datenqualität (Sicherheitsgrad: Sehr hoch): Alle oben genannten Informationen basieren auf offiziell bestätigten Berichten der Weltgesundheitsorganisation (WHO), des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sowie des britischen Fachportals TravelHealthPro.

Planen Sie eine Reise in ein betroffenes Gebiet?

In unserer tropenmedizinischen Ordination in 1030 Wien prüfen wir Ihren Impfpass individuell, beraten Sie zu aktuellen Ausbrüchen und führen alle notwendigen Schutzimpfungen (inkl. offizieller Gelbfieber-Impfstelle) durch.