Impfungen für Südafrika
Südafrikas Reiserouten erfordern eine gezielte Unterscheidung nach Region und Reisezeit:
- Garden Route & Kapstadt: Ganzjährig komplett malariafrei – keine Malariatabletten für West- und Ostkap erforderlich.
- Krüger-Nationalpark & Nordosten: Relevantes Malariarisiko (vor allem Oktober bis Mai); medikamentöse Chemoprophylaxe für Safaris indiziert.
- Gelbfieber-Bestimmungen: Keine Pflicht bei Direktflug aus Europa; strikte Nachweispflicht bei Zwischenstopps (> 12 h) in afrikanischen Endemiegebieten.
- Wichtige Schutzimpfungen: Hohe Priorität für Hepatitis A,Tollwut (Bissrisiken bei Safaris/Lodges) sowie Auffrischung des Basisschutzes.
In der Tropenordination am Stadtpark analysieren wir Ihr Risikoprofil – alle Impfstoffe sind direkt vor Ort vorrätig.

Österreichischer Impfplan
Vor einer Reise nach Südafrika sollten Sie prüfen, ob Ihre Standardimpfungen noch aktuell sind. Bringen Sie Ihren Impfpass einfach zu uns in die Tropenordination mit, wir werfen einen Blick darauf. Folgende "normale" österreichische Impfungen sollten überprüft werden:
- Tetanus, Polio, Diphtherie, Keuchhusten
- Masern, Mumps, Röteln
- Hepatitis B
- je nach Alter auch HPV, Pneumokokken etc.
Bei Unklarheiten können wir in der Tropenordination auch Bluttests durchführen, um den bestehenden Impfstatus zu überprüfen. Dank Kombinationsimpfungen können wir durch zwei Impfungen alle "Kinderimpfungen" auffrischen.
Empfohlene Reiseimpfungen für Südafrika
Hepatitis A
Hepatitis A in Südafrika: Wichtige Standardimpfung für alle Reisenden
Südafrika ist ein Endemiegebiet für Hepatitis A. Da das Virus fäkal-oral übertragen wird, gehört der Impfschutz zur Standardvorsorge für jeden Urlaub – unabhängig von Hotelstandard oder Reiseroute:
- Risiko auch im Luxushotel: Die Erreger gelangen über kontaminiertes Wasser, Eiswürfel, rohe Salate oder über das Küchenpersonal bei der Essenszubereitung in den Körper. Auch die Garden Route oder gehobene Lodges bieten keinen verlässlichen Schutz vor Schmierinfektionen.
- Krankheitsbild: Die akute Leberentzündung führt zu Fieber, Übelkeit, Gelbsucht und bei Erwachsenen oft zu monatelanger, schwerer Erschöpfung.
- Schneller & unkomplizierter Schutz: Bereits eine Impfdosis kurz vor Abreise reicht als zuverlässiger Sofortschutz für die gesamte Reisedauer aus. Eine zweite Dosis nach 6 bis 12 Monaten sichert den Schutz für mindestens 30 Jahre.
Typhus
Typhus in Südafrika: Wann eine Impfung wirklich notwendig ist
Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern des südlichen Afrikas ist Typhus in Südafrika für klassische Urlaubsreisen kein flächendeckendes Risiko:
- Entwarnung für Standardreisen: Auf den gängigen Reiserouten (Kapstadt, Winelands, Garden Route sowie private Safari-Lodges) ist das Leitungswasser trinkbar und die Lebensmittelhygiene exzellent. Eine Typhusimpfung gehört hier nicht zur zwingenden Routinevorsorge.
Für wen ist die Impfung indiziert? Der Schutz wird empfohlen bei:
- Reisen abseits der touristischen Infrastruktur und in ländlichen Gebieten mit prekärer Trinkwasserversorgung,
- Aufenthalten in oder Besuchen von informellen Siedlungen (Townships),
- Langzeitaufenthalten, Work & Travel oder Hilfseinsätzen,
- Reisen mit intensiver Verpflegung an einfachen Straßenküchen.
Tollwut
Tollwut in Südafrika: Regionale Risiken und Schutzimpfung
Südafrika weist ein regional sehr unterschiedliches Tollwutrisiko auf. Da eine Infektion nach Ausbruch erster Symptome ausnahmslos tödlich endet, ist eine reisemedizinische Risikoabwägung unerlässlich:
- Regionale Schwerpunkte: Ein relevantes Risiko für Hunde-Tollwut besteht vor allem in den Provinzen KwaZulu-Natal, Eastern Cape, Mpumalanga und Limpopo (einschließlich der Grenzregionen zum Krüger-Nationalpark). In Kapstadt und weiten Teilen des Westkaps tritt Tollwut bei Hunden praktisch nicht auf.
- Typische Überträger: Neben ungeimpften Hunden fungieren in Südafrika vor allem Wildtiere wie Mangusten, Schakale und Löffelhunde als Virusreservoir. Die Übertragung erfolgt durch Bisse, Kratzer oder den Speichelkontakt mit Schleimhäuten oder verletzter Haut.
- Der Vorteil der Vorab-Impfung: Zwar verfügt Südafrika in den privaten Großstadtkliniken über eine exzellente Infrastruktur, in abgelegenen Safari-Gebieten und ländlichen Regionen ist das lebensrettende Antikörperserum (Tollwut-Immunglobulin) jedoch oft nicht sofort greifbar. Wer geimpft reist, benötigt nach einem Tierkontakt kein Immunglobulin, sondern lediglich zwei Nachimpfungen.
- Für wen empfohlen? Die Impfung ist besonders ratsam für Individual- und Safarireisende abseits medizinischer Zentren, Camping-Urlauber, Langzeitaufenthalte sowie für Kinder, da diese Tierkontakte oder kleine Kratzer oft nicht sofort den Eltern melden.
Malaria
Das Malariarisiko in Südafrika ist streng regional begrenzt – Großstädte und die beliebtesten Routen sind malariafrei.
Risikogebiete (Nordosten):
- Kruger-Nationalpark und angrenzende private Wildreservate (Sabi Sands etc.)
- Tiefland (Lowveld) der Provinzen Mpumalanga und Limpopo (Grenzen zu Mosambik und Simbabwe)
- Äußerster Nordosten von KwaZulu-Natal (u. a. iSimangaliso Wetland Park, Kosi Bay)
Malariafreie Regionen:
- Kapstadt, Garden Route, Winelands
- Metropolen: Johannesburg, Pretoria, Durban
- Malariafreie Safari-Alternativen: Addo Elephant Park, Madikwe, Pilanesberg, Waterberg
Saisonale Schwankungen:
- Hauptsaison (Regenzeit): Oktober bis Mai (höchstes Übertragungsrisiko für Plasmodium falciparum)
- Nebensaison (Trockenzeit): Juni bis September (geringes Risiko)
Prävention:
- In Risikogebieten von Oktober bis Mai: Konsequenter Mückenschutz (DEET/Icaridin) plus medikamentöse Malariaprophylaxe (z. B. Atovaquon/Proguanil).
- In der Trockenzeit: Mückenschutz, je nach Reisestil ggf. Mitnahme einer Notfalltherapie (Stand-by).
Da viele Reisende in Südafrika sowohl in Malariagebieten als auch in malariafreien Regionen reisen ist eine persönliche Beratung bezüglich der Einnahme von Malariatabletten sinnvoll.
Hepatitis B
Eine Hepatitis B Imfpung wird für Reisende nach Südafrika empfohlen, die engen Kontakt zur lokalen Bevölkerung haben, medizinische Behandlungen in Anspruch nehmen oder sexuelle Kontakte haben könnten. Die Infektion wird durch Blut oder Körperflüssigkeiten übertragen.
Gelbfieber
Gelbfieber in Südafrika: Behördliche Vorschriften und Impfpflicht
In Südafrika selbst existiert kein Gelbfieber-Übertragungsrisiko; eine Impfung zum Eigenschutz ist daher nicht erforderlich. Die südafrikanischen Behörden setzen die internationalen Einreisevorschriften zur Verhinderung einer Viruseinschleppung jedoch extrem strikt durch:
- Direktflug aus Europa: Reisen Sie direkt aus Europa (oder anderen Nicht-Endemiegebieten) ein, ist keine Gelbfieberimpfung erforderlich.
Wann ist die Impfung gesetzlich verpflichtend? Ein gültiger internationaler Impfnachweis ist zwingend vorgeschrieben für alle Reisenden ab dem vollendeten 1. Lebensjahr (ab 12 Monaten), die:
- aus einem von der WHO ausgewiesenen Gelbfieber-Endemiegebiet (z. B. Kenia, Uganda, Äthiopien oder Teilen Südamerikas) anreisen, oder
- während der Anreise einen Flughafentransit von mehr als 12 Stunden in einem Gelbfiebergebiet (z. B. bei langem Zwischenstopp in Addis Abeba oder Nairobi) hatten.
- Strikte Grenzkontrollen: Die Behörden an den südafrikanischen Flughäfen kontrollieren Reiserouten und Reisepässe lückenlos. Liegt bei Ankunft aus einem Risikogebiet kein gültiges Zertifikat vor, wird die Einreise verweigert oder eine behördliche Quarantäne verhängt.
- Gültigkeitsfristen: Die Impfung muss mindestens 10 Tage vor Grenzübertritt verabreicht worden sein und ist völkerrechtlich lebenslang gültig.
Der richtige Mückenschutz in Südafrika
Da in Südafrika neben Malaria auch manche virale Erkrankungen durch Mücken übertragen werden, ist ein konsequenter Schutz vor Stichen Ihre wichtigste Verteidigungslinie.
Siehe unser Kapitel über Mückenschutz
Sonstige Gesundheitsgefahren
Abseits von Malaria und impfbaren Infektionen gibt es in Südafrika spezifische Umwelt-, Natur- und Unfallgefahren, die vor allem bei Outdoor-Aktivitäten, Mietwagenreisen und Strandaufenthalten eine zentrale Rolle spielen:
Afrikanisches Zeckenbissfieber (Rickettsia africana):
Eine der häufigsten Infektionen bei Safari-Urlaubern und Wanderern im Buschland (u. a. im Krüger-Nationalpark, Hluhluwe-iMfolozi oder im Ostkap). Die Buntzecken sitzen in niedrigem Gras und beißen aktiv. Wenige Tage später treten Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein charakteristischer, schwarz verkrusteter Fleck an der Einstichstelle (Tâche noire) auf.
Schutz: Feste Wanderschuhe tragen, lange Hosenbeine in die Socken stecken, Kleidung mit Anti-Insektenspray behandeln und den Körper abends gründlich absuchen.
Bilharziose im Süßwasser (Schistosomiasis):
In den warmen Flüssen, Stauseen und Feuchtgebieten im Nordosten und Osten des Landes (besonders in Limpopo, Mpumalanga, KwaZulu-Natal und im Umfeld von St. Lucia) kommen mikroskopisch kleine Pärchenegel-Larven vor. Sie bohren sich beim Schwimmen oder Waten unbemerkt durch die gesunde Haut.
Schutz: Im östlichen Landesteil niemals in natürlichen Süßwassergewässern baden, paddeln oder waten. Das Baden im Meer sowie in Hotelpools ist bezüglich Bilharziose absolut unbedenklich.
Gefährliche Meeresströmungen & marine Gefahren:
Sowohl am Atlantik als auch am Indischen Ozean sind starke Brandungsrückströme (Rip Currents) die häufigste Ursache für schwere Badeunfälle von Touristen. Zudem können an Stränden Portugiesische Galeeren (giftige Quallen) angespült werden.
Schutz: Ausschließlich an überwachten Stränden zwischen den rot-gelben Flaggen schwimmen; niemals alleine ins tiefe Wasser gehen. Beim Hineingeraten in eine Strömung nicht gegen den Strom ankämpfen, sondern ruhig parallel zum Strand herausschwimmen.
Giftschlangen, Skorpione & Spinnen:
In der Savanne, im Fynbos und in Wüstenregionen leben hochgiftige Schlangenarten (wie Puffottern, Kapkobras, Boomslangs und Schwarze Mambas) sowie Skorpione und Knopfspinnen. Puffottern flüchten nicht vor Tritten, sondern verharren getarnt am Boden.
Schutz: Auf Wanderungen stets feste, knöchelhohe Schuhe und lange Hosen tragen; nicht ins unübersichtliche Unterholz oder in Felsspalten greifen. Nachts im Camp immer eine Taschenlampe nutzen und herumstehende Schuhe vor dem Hineinschlüpfen ausschütteln.
Extremer UV-Index & Hitzebelastung:
Bedingt durch die geografische Lage und die dünnere Ozonschicht erreicht die Sonneneinstrahlung in Südafrika ganzjährig extreme Werte – selbst bei bewölktem Himmel oder kühlem Atlantikwind in Kapstadt.
Schutz: Sonnencreme mit LSF 50+, UV-Kopfbedeckung und Sonnenbrille sind Pflicht. Auf Wanderungen mindestens 3 Liter Wasser pro Person und Tag mitführen, um Dehydratation und Hitzschlag zu verhindern.
Krim-Kongo-Fieber (seltene Zeckeninfektion):
In trockenen Binnenlandregionen (wie der Karoo, dem Freistaat oder dem Nordkap) zirkuliert vereinzelt das Krim-Kongo-Virus. Es wird durch Bisse großer Schildzecken (Hyalomma) oder durch Kontakt mit rohem Tierblut (z. B. auf Farmen) übertragen.
Schutz: Bei Kontakt mit Nutztieren und Farmaufenthalten auf strikten Zeckenschutz achten.
Verkehrsunfälle & Linksverkehr (Hauptursache für Reisetraumata):
Schwere Traumata durch Verkehrsunfälle stellen statistisch das größte gesundheitliche Risiko für Touristen in Südafrika dar. Gründe sind der ungewohnte Linksverkehr, überhöhte Geschwindigkeiten, Tiere auf Fahrbahnen und schlecht beleuchtete Fahrzeuge.
Schutz: Fahrten bei Dunkelheit außerhalb von Großstädten strikt vermeiden; defensiv fahren und bei längeren Strecken regelmäßige Pausen einlegen.
Jetzt Ihren persönlichen Beratungstermin vereinbaren
Jede Reise ist einzigartig – und genau so sollte auch Ihre Gesundheitsvorsorge sein. In der Tropenordination in Wien nehmen wir uns Zeit für Sie. Wir besprechen Ihre genaue Reiseroute, berücksichtigen Ihren Reisestil sowie eventuelle Vorerkrankungen und erstellen einen maßgeschneiderten Impf- und Vorsorgeplan für Ihren Traumurlaub in Südafrika.
Häufige Fragen (FAQ)
Für eine Reise nach Südafrika empfiehlt es sich, etwa 4 bis 6 Wochen vor der Abreise die erforderlichen Impfungen zu planen. Manche Impfungen brauchen mehrere Dosen mit wochenlangem Abstand, sodass der volle Schutz erst nach dieser Zeit eintritt.
Reiseimpfungen sind in Österreich grundsätzlich Privatleistungen und werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen (wie der ÖGK) übernommen. Manche privaten Krankenzusatzversicherungen erstatten die Kosten jedoch teilweise oder ganz. Fragen Sie hierzu am besten direkt bei Ihrem Versicherungsberater nach.
Für eine Direktanreise aus Europa (Deutschland, Österreich, Schweiz) ist eine Gelbfieberimpfung für Südafrika nicht vorgeschrieben, da Südafrika selbst gelbfieberfrei ist. Gesetzlich verpflichtend ist ein Nachweis nach den Internationalen Gesundheitsvorschriften (IHR) jedoch unter folgenden Bedingungen:
- Herkunft oder Voraufenthalt: Bei der Einreise aus einem von der WHO ausgewiesenen Gelbfieber-Endemiegebiet (betrifft weite Teile des tropischen Afrikas sowie Mittel- und Südamerikas).
- Flughafentransit: Bei einem Transitaufenthalt von mehr als 12 Stunden an einem Flughafen in einem Gelbfieber-Risikogebiet (z. B. bei Zwischenstopps in Äthiopien oder Kenia).
- Altersgrenze & Fristen: Die Pflicht gilt für alle Reisenden ab dem vollendeten 1. Lebensjahr. Die Impfung muss mindestens 10 Tage vor Ankunft im offiziellen gelben Impfpass (International Certificate of Vaccination or Prophylaxis) dokumentiert sein und gilt gemäß WHO formal lebenslang.
Fehlt der erforderliche Nachweis bei entsprechender Reiseroute, drohen an der Grenze eine Quarantäne für bis zu 6 Tage oder die Verweigerung der Einreise. Bei medizinischen Kontraindikationen wird ein offizielles, englischsprachiges Befreiungsattest (Exemption Waiver) anerkannt.
In der Tropenordination am Stadtpark (Am Heumarkt 3/1/11, 1030 Wien) erhalten Sie Ihre reisemedizinische Vorbereitung in einem einzigen Termin:
- Genaue Routenanalyse: Wir unterscheiden exakt zwischen malariafreien Zonen (Garden Route/Kapstadt) und Risikogebieten (Krügerpark) und passen die Prophylaxe individuell an.
- Offizielle Gelbfieberimpfstelle: Zertifizierte Impfung und Dokumentation für eventuelle Zwischenstopps in afrikanischen Transitländern.
- Impfungen: Alle Impfstoffe (Hepatitis A, Tollwut, Typhus etc.) sind direkt in der Praxis lagernd.